Damit Neues wachsen kann, muss Altes und Abgestorbenes zurückgeschnitten und gestutzt werden. WFIM, wenn ich an solche Dinge in unserer Beziehung denke? Welches Grundbedürfnis ist damit bei mir verbunden?
Im Spiel können wir ganz Mensch sein, im Liebesspiel feiern wir unsere Beziehung. WFIM, wenn ich an die Spielwiese unserer Beziehung denke und dir davon erzähle?
Im letzten Winkel unseres Beziehungsgartens, dort wo die Sonne unserer Aufmerksamkeit kaum hinkommt, wachsen seltsame Schattenpflanzen, die teilweise ungenießbar, ja giftig sind. Spinnweben verbergen das, was wir nicht gern anschauen.
WFIM, wenn ich an die dunklen Winkel unseres Beziehungsgartens denke? Welche Gefühlsfamilie kommt mir da in den Sinn? WFIM, wenn ich dir davon berichte?
In unserem Beziehungsleben sind manche Dinge auf dem Kompost gelandet: Unfertiges, Vergessenes, Misslungenes, Dinge, die wir hinter uns lassen und so weiter. Im Rückblick merken wir, wie das Weggegebene, Zurückgelassene, Losgelassene Dünger geworden ist für Neues und Lebendiges in unserer Beziehung.
WFIM, wenn ich diesen Text höre? Welche Dinge aus unserem Beziehungsleben fallen mir in diesem Zusammenhang ein? WFIM, wenn ich dir davon erzähle?
Unser Beziehungsgarten hat verschiedene Ecken: der Vorgarten ist der Bereich, den wir gerne herzeigen; der Gemüsegarten ernährt uns und unsere Beziehung; die Spielwiese ist Raum für die Freude an unserer Beziehung, Wasserbereiche sind kühl und lebensspendend, können aber auch für das Unterbewusste und Unausgesprochene in unserer Beziehung stehen; zum Schluss gibt es in jedem Beziehungsgarten verwunschene Ecken und schwer zugängliche Bereiche: das sind die Anteile unserer Beziehung, die wir nicht oder nur widerwillig anschauen.
Bei welchem Bereich unseres Beziehungsgartens habe ich beim Durchlesen das stärkste Gefühl erlebt? WFIM, wenn ich dir davon berichte?
Jeder Garten ist Lebensraum für zahlreiche andere Lebewesen, die entweder permanent dort leben oder nur auf Besuch da sind. Auch unser Beziehungsgarten ist Lebensraum für andere: unsere Kinder, unsere Familie, unsere Freunde, Bekannten oder Nachbarn.
WFIM beim Gedanken, dass auch andere in unserem Beziehungsgarten leben? Welches Grundbedürfnis kommt dabei in mir zum Schwingen?
Ein Garten verändert sich ständig, jedes Jahr zeigt sich zu den verschiedenen Jahreszeiten ein anderes Bild. Diese Lebendigkeit kann in unserem Beziehungsgarten spannend und interessant sein, aber auch Ängste und andere schwere Gefühle auslösen. Wird die Veränderung förderlich sein? Soll man sie annehmen oder zu verhindern suchen? Was macht sie mit unserer Beziehung?
WFIM, wenn ich an die Veränderungen in unserer Beziehung in letzter Zeit denke?
Auf dem Stück Land, das wir Beziehungsgarten nennen, finden sich sämtliche Saatkörner: die Saat der Freude, des Friedens, der Achtsamkeit des Verstehens, der Liebe. Aber auch die Saat des Verlangens, des Zornes, der Vergesslichkeit, des Egoismus. Das förderliche und das hinderliche Saatgut ist immer vorhanden, die Samenkörner liegen schlafend in der Erde. Die Qualität unserer Beziehung hängt nun davon ab, welche Samenkörner wir begießen. Wenn wir die Saat des Friedens gießen, wird der Friede wachsen. Gibst du der Saat des Egoismus Wasser, dann wird Streit und Konflikt in unsere Beziehung einziehen. Die Samenkörner, die du häufig begießt, werden am stärksten wachsen. (nach Thich Nhat Hanh)
WFIM beim Gedanken daran, dass ich es in der Hand habe, welche Saat in unserem Beziehungsgarten begossen und gepflegt wird? Welche Gefühlsfamilie kommt da in mir zum Klingen?
Die große Wiese in unserem Beziehungsgarten steht für den Raum des Spiels, der Unterhaltung, der zärtlichen Annäherung, des Unsinns, des Tanzes und der gemeinsamen Verrücktheit.
WFIM, wenn ich an die Spielwiese unseres Beziehungsgartens denke?
Im Garten unserer Beziehung stehen wir wie zwei Bäume nebeneinander. Khalil Gibran schreibt in „Der Prophet“ darüber: „Steht zueinander, aber nicht zu nahe beieinander. Denn auch die Säulen des Tempels sind jede für sich, und Eichen und Zypressen gedeihen nicht im Schatten des anderen.“(Über die Ehe)
WFIM, wenn ich an Nähe und Distanz in unserer Beziehung denke? Welche Gefühlsfamilie kommt da in mir zum Schwingen?
In unserem Beziehungsgarten gibt es viele versteckte Plätze, dunkle Ecken und verwunschene Hohlwege. Diese stehen für Dinge, die wir nicht gerne ans Tageslicht bringen wollen, Geheimnisse, Gedanken oder Gefühle, die wir nicht herzeigen wollen, oder vielleicht Themen, die uns unangenehm sind, weil wir nicht wissen, wie der andere darüber denkt, für Ängste aller Arten.
WFIM, wenn ich an diese dunklen Ecken unseres Beziehungsgartens denke? Welche Gefühlsfamilie kommt dabei zum Klingen?
Als Beziehungsgärtner werden wir fast täglich vor die Herausforderung gestellt, entscheiden zu müssen, was wir in unserer Beziehung wachsen lassen wollen und was zurückgeschnitten, also eingedämmt werden soll. Die Frage, die dahintersteht, ist, welche Grenzen wir ganz persönlich haben oder welches Verhalten/welche Umstände unserer Beziehung förderlich sind oder eben nicht.
WFIM, wenn ich an das Bild vom Wachsen-Lassen und Zurückschneiden denke? Welche Beispiele kommen mit da in unserer Beziehung in den Sinn? WFIM, wenn ich dir das mitteile?
Wenn wir unsere Beziehung mit einem Garten vergleichen, dann fällt auf, wie viele verschiedene Räume sich darin befinden: die Blume der kleinen Aufmerksamkeiten, der Lebensbaum der Kinder, der versunkene Garten unserer tiefsten Empfindungen, das Schloss unserer Liebe, der Turm der Einsamkeit, der verborgene Garten unserer Geheimnisse, die Hecke unserer Konflikte, der Brunnen des Unterbewussten, der Hängesessel der Entspannung…
Ich suche mir einen genannten Raum aus (oder finde einen neuen), der mich besonders angesprochen hat. WFIM, wenn ich an diesen Raum unseres Beziehungsgartens denke? Welche Gefühlsfamilie kommt da in mir zum Klingen?